"Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann." Mark Twain - 'Der geheimnisvolle Fremde'

Sonntag, 5. Juni 2011

EHEC - Fehlende Hygienevorschriften bei Biogasanlagen

Sorgen Biogasanlagen für den nächsten Gau?

Biogasanlagen? Toll - Gartenabfälle und Gülle nicht einfach verrotten lassen, sondern Energie damit erzeugen. Eine saubere Sache! Doch weit gefehlt. Schlachtabfälle sind der Renner, sind heissbegehrt. Biogasbetreiber streiten sich darum, denn diese Schlachtabfälle sind sehr lukrativ.  

In der Ostschweiz streiten sich zwei Biogasprojekte um die gleiche knappe Rohware. Beide Anlagen werden staatlich unterstützt. Ende April war Spatenstich bei der Biorender AG im thurgaui­schen Münchwilen. Ab 2010 sol­len hier jährlich 30'000 Tonnen Schlachtabfälle und Speisereste zu Biogas verwertet werden. Gleichentags präsentierte nur zehn Kilometer entfernt die Tiermehlfabrik TMF in Bazenheid SG ihr Biogasprojekt für 80'000 Tonnen. Beobachter

Der nächste Skandal ist so oder so vorprogrammiert, denn  niemand weiss so ganz genau, was eigentlich bei den hochkomplexen Prozessen in diesen Anlagen noch so produziert wird.

Der Fachmann: „Die Bakterien kreuzen sich in den Anlagen und verschmelzen miteinander. Was da genau passiert, ist weitgehend unerforscht.” Diese noch nie da gewesene Mischung aus Krankheitserregern werde dann als Düngemittel auf die Äcker gebracht. 
Quelle: Bild 

Ist das nicht ein absoluter Wahnsinn? Wir erinnern uns an die Verarbeitung von Schlachtabfällen zur Herstellung von Tiermehl. Damals wurden angeblich die Vorschriften nicht eingehalten, denn um Energie zu sparen, wurde das Material nicht auf die vorgeschriebenen Temperaturen erhitzt. So lautet zumindest die gängiste Version. Die Folgen sind uns unter dem Begriff BSE bekannt. Dieser hat jahrelang für Horrornachrichten gesorgt.

Jetzt also sind die Biogasanlagen ins Visier geraten. Eine plausible Erklärungen, wenn man in Betracht zieht, dass alle anderen Erklärungen doch sehr dürftig waren und dass das seuchenhygienische Risiko bei Biogasanlagen, eben wegen dieser Fleischabfälle, schon längere Zeit bekannt ist.

Wer sich näher mit Biogasanlagen beschäftigt, stösst auf einige Ungereimtheiten. Eines dürfte wohl klar sein: Es geht um Geld, es geht um Subventionen. Umweltschutz spielt in diesem Business keine Rolle, ganz im Gegenteil. Hat sich hier das Big-Business wieder einmal durchgesetzt und wurde die Gefährdung unserer Gesundheit ganz bewusst in Kauf genommen. Allein in Deutschland gibt es über 6000 solcher Anlagen, wer soll kontrollieren, ob nun auf 70 - 65 oder zwischendurch einmal nur auf 60 GradC erhitzt wird. In der Schweiz ist die Sache nicht besser.

Interessant in diesem Zusammenhang ein Lesebrief und eine Erwiderung darauf:

» Dass Biogasanlagen ein erhebliches seuchenhygienisches Gefährdungspotential darstellen können, ist seit längerem bekannt und kein deutsches Phänomen. Doch kann weder der Biogasindustrie noch den Anlagenbetreibern eine Schuld für das EHEC-Debakel in die Schuhe geschoben werden. Der Gesetzgeber verlangt bis heute keine Hygienisierung der auf die Felder ausgebrachten Gärrreste aus Biogasanlagen. Ohne entsprechendes Gesetz wird kein Anlagenbetreiber eine Kontamination von Kulturflächen und eine Verschleppung von Keimen in fremde Tierbestände durch Futtergewinnung und Güllehandling durch den Bau einer Hygienisierungsstufe verhindern."

» @Juerg Schwaller: Ich war neulich in solch einer Biogasanlage. Meines Wissens werden die Gärreste erhitzt auf gute 70°C um Keime abzutöten. Zumindest wird dies in der von mir besuchten Anlage so durchgeführt. Da müsste eigentlich die Gefahr von Keimen auf dem Feld gering sein. Dass (neue) Keime entstehen können in solch einer Anlage ist wiederum bekannt." 
Quelle: Blick 

Seuchhygiensiche Bedenken kusieren also schon längst. Und wieder einmal schläft der Gesetzgeber. Das Risiko dürfen wir tragen. Auch die Erwiderung hat es in sich. Bei 70 GradC werden also die Keime abgetötet. Und wenn wieder jemand sparen will und nur auf 60 GradC geht. So was soll vorkommen! Und die neuen Keime die entstehen? Da weiss noch niemand was Genaues. Vielleicht ändert sich das jetzt mit EHEC. Wir haben eine völlig unfähige Regierung die nur immer reagieren, aber verdammt nochmal, niemals richtig agieren kann Wielange soll das noch so weiter gehen?

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