"Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann." Mark Twain - 'Der geheimnisvolle Fremde'

Dienstag, 7. Juni 2011

Wer wandert in die Schweiz ein?

Die Volksseele kocht angesichts der massiven Zuwanderung. Und eine Wende ist nicht in Sicht. Am 1. Mai fielen die letzten Schranken für die Einwanderung in die Schweiz.

Bleiben kann jedermann, der einen Arbeitsvertrag hat oder sich in die Selbständigkeit begibt oder als Student oder Rentner in der Schweiz leben will, sofern er über genügend finanzielle Mittel verfügt, um nicht fürsorgebhängig zu werden.

Die Rechte moniert, dass die Schweiz die Ausländerpolitik aus der Hand gegeben hat und präsentierte daher letzte Woche ihr Gegenmittel, die "Begrenzungsinitiative". Die Wurzel allen Übels liegt für sie in der Personenfreizügigkeit. Auf der linken Seite steigt die Unzufriedenheit über die ausländischen Billigarbeiter, die den Schweizern Jobs wegnehmen und Lohndumping betreiben. Ihr Gegenmittel sind schärfere Kontrollen. Just in diesem Moment versucht das Seco die aufgewühlte Volksseele mit der neusten Studie zu beruhigen. Fazit: "Die Personenfreizügigkeit stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz." Und überhaupt: Es kommen laut Seco nur Personen in die Schweiz, die überdurchschnittlich gut qualifiziert sind, also Fach- und Führungskräfte.

Stimmt das oder ist das nur die halbe Wahrheit? Das Ergebnis der aktuellen Studie von moneyhouse.ch ist überraschend: Seit dem Inkrafttreten der Personenfreizugügigkeit stieg die Zahl der ausländischen Führungskräfte gerade mal um 15'500 Personen an. Das heisst; nur 4 Prozent von den über 400'000 Personen, die seit 2003 aus den EU- oder Efta-Staaten in die Schweiz eingewandert sind, haben bei einer hier ansässigen Firma eine Führungs- oder Kaderfunktion übernommen. Oder anders ausgedrückt: Über 95 Prozent aller Einwanderer sind entweder Billig- oder Facharbeiter. Wenn nun Wirtschaftsverbände, das Seco oder Politiker von "qualifizierter Einwanderung" sprechen, entspricht dies nur der halben Wahrheit.

Profiteure: Banken und Versicherer
Sage und schreibe 77 Prozent aller ausländischen Führungskräfte, die seit 2003 aus den EU-8- oder Efta-Staaten in die Schweiz eingewandert sind, arbeiten in der Finanzbranche. Sind also unsere Banken, Versicherer und Finanzgesellschaften die wahren Profiteure der Personenfreizügigkeit? Den Zahlen zufolge schon. Doch es stellt sich die Frage, ob die Finanzbranche diese gut ausgebildeten Fach- und Führungskräfte nicht auch ohne Personenfreizügigkeit in die Schweiz holen könnte. Sehr wahrscheinlich schon. Denn jedes Unternehmen kann jederzeit Mitarbeiter aus dem Ausland rekrutieren: Ein Arbeitsvertrag genügt.

Scheinselbständigkeit und Schattenwirtschaft
Doch längst nicht alle Einwanderer aus den EU-8- oder Efta-Staaten, die in der Schweiz sesshaft werden, lassen sich bei einem Unternehmen anstellen. Ein erheblicher Teil macht sich selbständig - mehr oder weniger offiziell und ohne Handelsregistereintrag. Der Studie von moneyhouse.ch zufolge haben sich seit 2003 etwas mehr als 10'000 Einwanderer selbständig gemacht. Und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch weitaus höher sein dürfte. Denn in der Studie von moneyhouse.ch wurden nur Personen als Selbständigerwerbe erfasst, die ein Gewerbe offiziell ausüben und dieses auch bewerben.

Quelle: moneyhouse

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